Startarten

 

 
Windenstart 300Windenstart

Beim Windenstart mit Hilfe einer Seilwinde ein Segelflugzeuge über ein 1000m langes Stahlseil in eine Höhe von 300 bis 400 Meter über Grund gezogen - abhängig von Schleppstrecke, Wind und Flugzeugtyp. Die optimale Schleppgeschwindigkeit für ein Segelflugzeug hängt vom Flugzeugtyp ab und beträgt zwischen 80 und 120 km/h.

 

 

F-Schlepp

FSchleppBeim Flugzeugschlepp oder kurz F-Schlepp hängt man ein Segelflugzeug mittels eines 30 bis 60 Meter langen Schleppseiles an ein ausreichend starkes Schleppflugzeug an. Neben einem normalen Motorflugzeug dienen auch Ultraleichtflugzeuge oder ausreichend starke Motorsegler als Schleppflugzeuge. Der Schlepppilot bringt das Segelflugzeug nach Möglichkeit in einen Aufwind. Ungefähr 15 Minuten dauert ein Schlepp auf 1000m. Im gegensatz zum Windenschlepp sind F-Schlepps etwas teurer.

 

 

 Thermik

 

DKBXY 3Der Motor ist die Sonne. Sie heizt den Boden je nach Beschaffenheit verschieden stark auf, bis sich aufgeheizte Luftpakete vom Boden lösen und in einer Luftsäule aufwärts steigen — Thermik oder Aufwinde genannt. Dieses Prinzip nutzen auch Vögel, die wir aus dem Flugzeug beobachten können. Feuchte Luft kondensiert in der Höhe aus und bildet Haufenwolken (Cumulus). Sie markieren dem Segelflieger die Thermik. Somit kann er von Wolke zu Wolke weite Strecken quer durch Deutschland zurücklegen. Bei manchen Wetterlagen gibt es auch Thermik, ohne dass sich Wolken bilden. Diese nennen wir Blauthermik (weil man nur den wolkenlosen Himmel sieht). Um Thermik zu nutzen, fliegt der Segelflieger möglichst im Zentrum des stärksten Steigens enge Kreise, was wir als Kurbeln bezeichnen. In unseren Breiten liegen die Steigwerte bei gutem Wetter zwischen 1,5 und 3 m/s. Damit erreichen wir Höhen von 1 500 bis 2 500 m über Grund.

Bildschirmfoto 2019 05 29 um 15.09.11Sobald das Flugzeug die Wolkenbasis erreicht hat, wird die gewonnene potentielle Energie in kinetische Energie umgewandelt. Das Flugzeug beginnt mit dem Bahnneigungsflug zum nächsten Aufwind. Um im antriebslosen Flug weite Strecken zurückzulegen, sollten die Gleitflugphasen möglichst lang sein, denn beim Kurbeln legt man, abgesehen vom Windversatz, keine Strecke zurück. Somit sollte der Kurbelanteil über die Gesamtstrecke gering ausfallen. Neben der Leistungsfähigkeit des Segelflugzeugs spielt vielmehr der Pilotenfaktor dabei eine entscheidende Rolle. Es ist die hohe Kunst des Segelfliegens, nur die stärksten Aufwinde entlang der Flugstrecke anzufliegen und schnell das Steigzentrum zu finden. Liefert die angeflogene Wolke doch nicht das erwartete Steigen, wird die im Vorfeld überlegte Alternative angeflogen, um möglichst wenig Höhe (Zeit) zu verlieren.

 

Lizenzen

 

SPL

Der ICAO-konforme SPL ist weltweit gültig und verfällt nicht. Um die Rechte der Lizenz ausüben zu dürfen, müssen jedoch in den letzten 24 Monaten fünf Stunden und 15 Starts & Landungen vorgewiesen werden. Das Untersuchungsintervall des Medicals beträgt bis zu einem Alter von 40 Jahren 60 Monate, bis 50 Jahren 24 Monate und über 50 Jahren 12 Monate. Lizenzinhaber des SPL dürfen kommerzielle Flüge anbieten und sich zum Fluglehrer weiterbilden. Die Eintragung von weiteren Startarten und einer TMG (Motorsegler) Klassenberechtigung ist möglich.

LAPL(S)

Der nicht ICAO-konforme LAPL(S) ist europaweit gültig und verfällt nicht. Um die Rechte der Lizenz ausüben zu dürfen, gelten die gleichen Voraussetzungen wie beim SPL: In den letzten 24 Monaten fünf Stunden Flugzeit, 15 Starts & Landungen (in jeder eingetragenen Startart mindestens 5) sowie zwei Schulungsflüge mit Fluglehrer. Das Untersuchungsintervall des Tauglichkeitszeugnisses beträgt bis zu einem Alter von 39 Jahren 60 Monate und ab 40 Jahren 24 Monate. Kommerzielle Flüge sowie die Weiterbildung zum Fluglehrer sind nicht erlaubt. Weitere Startarten und die TMG Klassenberechtigung können in die Lizenz eingetragen werden.

 

Häufig gestelle Fragen

 

Segelfliegen an sich ist ungefährlich, solange der Pilot mögliche Risiken erkennt und vermeidet. In der Luft passiert so gut wie nie etwas. Start und Landungen werden immer wieder trainiert. Wie bei jeder anderen Sportart sind aber Unfälle nicht ganz auszuschließen. Für den Fall, dass trotzdem mal was schief geht, wird man in der Ausbildung auf die meisten Notfälle vorbereitet. Einen Fallschirm hat man für den Fall, das oben mal was passiert, auch immer dabei.
Wenn man fliegen will sollte man auch den ganzen Tag auf dem Flugplatz sein, das heißt von morgens 9 Uhr bis zum Abend. Dabei kann es abends auch durchaus schon mal 20 Uhr werden. Gerade in der Zeit bis zum Alleinflug ist es wichtig, dass man einigermaßen regelmäßig da ist, damit man nicht so lange für die Ausbildung braucht.
Die Piloten versuchen immer einen Flugplatz im Auge zu halten, den man mit seiner verfügbaren Höhe noch erreichen kann. Das klappt aber nicht immer, weil die Plätze zu weit auseinander liegen. Von oben hat der Pilot aber sehr gute Sicht und er kann sich ein sogenanntes Außenlandefeld suchen. Die Landung erfolgt dann mit den gleichen Manövern wie auf dem Flugplatz. Außenlandungen gehören zur Ausbildung und eine Bedingung zum erhalt der Lizenz. Die Kammeraden holen dann den Piloten mit dem Anhänger ab. In der Zwischenzeit hat man aber meistens neugierige und hilfreiche Zuschauer, den man alles in aller Ruhe erklären kann.